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Jan-Frederik Bandel
Hubert Fichte
Hotel Garni, Doppelzimmer

(Hubert-Fichte-Studien Bd. 2)

Aachen: Rimbaud 2004



Der Band bildet die Ouvertüre zum langfristigen Projekt einer Biografie Hubert Fichtes in Fragmenten. Enthalten sind zwei kleine, materialreiche Studien, die an den Romanen "Das Waisenhaus" und "Hotel Garni" das poetische Transformationsverfahren Fichtes in verschiedenen Phasen untersuchen. Die beiden Texte sind zugleich Kapitel einer biografischen Erzählung: Fichtes Zeit im Schrobenhausener Waisenhaus wird mit Hilfe von Dokumenten rekonstruiert, das Verhältnis von Mutter und Sohn Fichte beleuchtet. Der zweite Text beschreibt eine entscheidende Lebensphase des werdenden Autors Hubert Fichte: Die gemeinsam mit dem Maler Serge Fiorio im provenzalischen Montjustin verbrachten Monate der Jahre 1959 bis 1962 werden rekonstruiert. Die Freundschaft mit Fiorio stellt Fichtes letzten und entschiedensten Versuch dar, eine schwule Lebenspartnerschaft zu wagen, und demonstriert ein Modell produktiver Partnerschaft, das sich in Fichtes Biografie zurück- und weiterverfolgen lässt (Peter Boll, Leonore Mau, Wolli Köhler usw.). Schließlich ist der Versuch über den "schreibenden Hirten" auch die erste Studie zum bisher – mit der einzigen Ausnahme des ebenfalls in Montjustin entstandenen "Ödipus"-Dramas – unveröffentlichten und auch der bisherigen Forschung gänzlich unbekannten dramatischen Frühwerks ("Das Versagen", "Geschichte eines Hirten", "Sieben Jahre" und "Bildermarkt").