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Jan-Frederik Bandel, Lasse Ole Hempel, Theo Janßen:
Palette revisited
Eine Kneipe und ein Roman

Hamburg: Edition Nautilus 2005


Die fünfziger und frühen sechziger Jahre – Musik und Lebensstil der Beatniks gelangten über den Atlantik, Gammler waren der Schrecken des Nachkriegs-Bürgertums. In der Hafenstadt ohne Sperrstunde gedieh diese Subkultur authentischer als sonst irgendwo in der BRD – genau genommen vor allem in der Palette, jener Kellerkneipe in der halbzerstörten, aber noch lebendigen Hamburger Neustadt, die der heimkehrende Dramen schreibende Schafhirte Hubert Fichte 1961 entdeckt hatte. Diesem engsten und heißesten Treffpunkt für bohème-neugierige Oberschüler, Ausreißer, Halbkriminelle und Halbkünstler, für Hafenarbeiter und Seeleute hat Fichte in seinem gleichnamigen Roman 1968 ein 365 Seiten starkes Denkmal gesetzt. Es ist bis heute Fichtes erfolgreichstes Buch, auch dank der Aufsehen erregenden Lesung aus dem Manuskript im Star-Club.
In
Palette revisited wird die Geschichte der Kneipe und einer Subkultur erzählt. Was für Menschen verbergen sich hinter Namen wie Igor, Schudl, Heidi? Wer war die Blume zu Saaron oder Reimar Renaissancefürstchen?
Die Autoren haben Interviews mit ehemaligen "Palettianern" geführt und lassen aus den Erinnerungen Harun Farockis, Ilse Lange-Henckels, Leonore Maus, Mac Rugensteins, Hans Herbert Schuldts, Cäsar Schwiegers, Horst Vockes u.a. die Szene der fünfziger und sechziger Jahre wieder auferstehen.